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Chartformationen: Doppeltop und Doppelboden

Ein Artikel von Himutruurig

Die Theorie

Es ist kein Geheimnis, dass bestimmte Muster (Pattern) in den Charts  immer wieder auftreten. Wir kennen das 5.0 Pattern, Wedges, SKS, iSKS, um nur einige zu nennen. Die Interpretation der Muster kann bei einem Ausbruch als Ergebnis eine bullishe, bearishe oder neutrale Kursentwicklung bestätigen.

Eines der bekanntesten und am einfachsten zu identifizierenden Formationen stellen das Doppeltop und der Doppelboden dar. In einem Aufwärtstrend markieren die Kurse ein neues Hoch am Punkt  [A]. Dabei muss es sich nicht um ein Tageshoch, oder ein anderes längerfristige Hoch handeln. Anschliessend fallen die Kurse bis zum Punkt [B]. Um die Doppeltopformation zu bilden, läuft der Kurs auf die Höhe des Punkts [A] zurück, wo er den Punkt [C] ausgebildet. Wird das Hoch von Punkt [A] wird nicht mehr signifikant überschritten und die Kurse fallen erneut in Richtung Punkt [B] ist das Doppeltop vollendet, aber noch nicht bestätigt. Die Bestätigung erfolgt, wenn der Punkt [B] unterschritten wird. Diese Trendwende markiert das Verkaufssignal (short).

abb1

Abbildung 1

Das bullishe Pendant dazu ist der Doppelboden. Die Ausführungen für das Doppeltop gelten analog auch für den Doppelboden.

Abbildung 2

Abbildung 2

Abgewandelte Chartformationen wie das unten abgebildete Tripeltop, Tripelboden sind ebenfalls nicht ungewöhnlich

Abbildung 3

Abbildung 3

Die Praxis

  • Ein Doppeltop, oder Doppelboden muss aus einem Trend (aufwärts, abwärts) entstehen;
  • Zwischen zwei Hochs muss etwas “Luft“ (Distanz) sein;
  • Der zweite Kerzendocht [Punkt C] muss mindestens das höchste Close (Kerzenkörper) des letzten Hochs [Punkt A] berühren;
  • Kein Kerzenkörper im Doppeltop [C] darf über dem höchsten Hoch (Close Kerzenkörper) des letzten Hochs (A) schliessen;
Abbildung 4

Abbildung 4

Die Interpretation und Antizipation der Börsentrends ist keine exakte Wissenschaft. Wie an der Börse üblich, kann es Ausnahmen (z.B. höhere Hochs, tiefere Tiefs) geben, welche dennoch zum selben Ergebnis, die einer Trendumkehr führen können. Darum ist es eminent wichtig und muss bereits  im vornherein definiert sein, welche Absicherungsstrategie

  • Hedge
  • Stop Loss, oder
  • Glattstellen

für eine Position gewählt wird, sollte der Kurs sich gegenläufig zum erwarteten Ziel entwickeln.

Chartmuster Beispiele

Die nachfolgenden Bilder zeigen ähnliche Muster, wie der theoretische Ansatz. In der Praxis ist jedoch jedes vollendete Muster nicht kongruent zu den vorangegangenen.

Bild unten:
Man sieht hier sehr schön, dass der grüne Docht der Doppeltopkerze über den geschlossenen roten Kerzenkörper des ersten Hochs hinausgeht. Die nachfolgende rote Kerze jedoch kein höheres Hoch mehr ausbildet. Damit ist eine perfekte Doppel¬top Formation vollendet.

Bild unten:
Der Docht der kurzen roten Kerze(in obigen Charts als “C“ bezeichnet) hat exakt die Höhe der ersten Kerze (in obigen Charts als “A“ bezeichnet) erreicht. Dasselbe gilt für den Kerzenkörper. Damit ist eine perfekte Doppel¬top Formation vollendet.

Abbildung 5

Abbildung 5

Abbildung 6

Abbildung 6

Im nebenstehenden Bild ist eine Doppelboden Formation erkennbar. Es ist ebenfalls ersichtlich, dass der zweite “Fuss“ des Bodens nicht gleich Tief geschlossen hat. In einem solchen Fall spricht man von einem, “höheren Tief“, was vielfach die Trendumkehr bestätigt.

In Abbildung 07 ist ein Doppelboden zu erkennen. Der rechte “Fuss“ besteht aus 3 Kerzen, einer roten mit Lunte, welche den Doppelboden markiert, die nächste rote Kerze bestätigt das höhere Tief mit einem Kerzenkörper ohne Lunte und die dritte grüne Kerze, ebenfalls ohne Lunte bestätigt definitiv die Trendumkehr.

Abbildung 7

Abbildung 7

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